Ende September

#greenARTtulln, #artemisiaGARTEN

Ist man vielleicht wirklich mit der Erde durch Wurzeln verbunden? Nicht für immer auf der Erde, nur eine Weile hier.
— Nezahualcóyotl

Beginn, und Ende

Den Herbst 2011 verbrachte ich in Taos, New Mexico, auf den Spuren von Agnes Martin und Georgia O'Keeffe. Eine magische Zeit: Die Wüste dicht bewachsen mit Artemisia tridentata, ein kleines Adobe Atelier mit Blick auf den Taos Mountain, vor meinem Haus macht es sich ein Bär gemütlich. Bücher aus dem thriftshop, Botschaften früherer Besucher. In einem dieser Bücher lese ich einen Aufsatz von Christine Downing über Artemis, die Wilde, der mich zutiefst berührt. Vor meiner Abreise reisse ich die Seiten aus dem Buch um sie mitzunehmen, den Titel des Buches habe ich vergessen. Der Text erweist sich als prophetisch und bleibt wichtig.

Vielleicht bin ich ihr schon vorher begegnet, vielleicht war sie schon lange da, im Hintergrund, dort woher das "Nein“ kommt. Vielleicht begleitet sie mich schon lang. 

Nichts wird in den kommenden Jahren bleiben wie es war, alles in Frage stehen. Ich verliere vieles, das mir so wichtig war. Immer noch etwas kann man beenden, noch etwas ist zu viel. Zurück bleibt ein Gerüst. Ich bei mir. Ist schon alles weg? Wer weiß. Da ist noch viel mehr, das abfallen kann. Die Vergangenheit, Wünsche, Vorstellungen, Träume, Pläne.

Noch weiß ich nicht, welcher Verlust noch bevorsteht. Anita wird krank, schwindet, stirbt. Unsere letzte gemeinsame Arbeit ist inspiriert von Artemis.

She Who Slays, she who comes from afar, she who is other.
— Christine Downing

11. September 2018

Die letzten Fotos vor dem Abbau, die Wildnis kann nicht bleiben. Die Arbeit am artemisiaGARTEN hat mich durch die Sommerhitze begleitet, noch eine letzte Verbindung zu Anita. Ein wuchernder, blühender Abschied.

7. September 2018

Ein wenig Regen und der Garten grünt wieder, blüht weiter. Fotos und Malerei überblenden sich, wachsen gemeinsam.