Hannah Stippl betreibt ein verschmitztes Spiel mit von der Kunstgeschichte bereits codierten Gestaltungsmöglichkeiten. Ihre in konsequenter Arbeit erreichte persönliche Synthese macht sie zu einer der interessantesten und vitalsten Vertreterinnen der neuen Malerei in Österreich.
— Berthold Ecker
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Schwerpunkte meiner künstlerischen Tätigkeit sind Malerei und hortikulturelle Installationen. Die Grenze der Metiers ist nicht fest abgesteckt: Malerei als Tafelbild, Wandbild oder bisweilen nur als Vorbild fließt in Installationen ein. Pflanzen und Landschaften werden zum Anstoß für Malerei, in der mit Hilfe von Musterwalzen schichtenweise Kompositionen durch Überlagerung aufgebaut werden. Ihre repetitiven Strukturgefüge zielen nicht auf mimetische Abbildung, sondern rufen einen mehrdeutigen Eindruck von Natürlichem hervor. Blüten oder Laub- und Blätterwerk werden weniger erkannt als vom Betrachter in die Strukturen hineingelesen. In manchen Arbeiten bilden Pflanzenkompositionen weitere Schichten. Ziel ist es, neue Raumdimensionen zu eröffnen, Malerei in ihrer irritierenden Gegenwart dreidimensional sichtbar werden zu lassen. Intellektuelles Kalkül in Verbindung mit Betonung von Individualität, Emotion und auch Sinnlichkeit des optisch Wahrnehmbaren sind wichtig. Die Beschäftigung mit Pflanzen geht über ihre ästhetische Betrachtung hinaus und umfasst kulturgeschichtliche, ökologische und kunsthistorische Aspekte.